Rømø Fiskeriforening← Zurück zur Website

Historische Dokumentation · 1975

Zwei Untersuchungen.
Ein seltener Einblick.

Die Originalberichte zeigen, wie die Nordseekrabbenfischerei vor Rømø im Herbst 1975 untersucht wurde. Wir erklären ihren Inhalt in verständlichem Deutsch. Die dänischen Originalscans sind unverändert erhalten und können weiter unten geöffnet werden.

Kurz gesagt

Was sagen die Berichte aus?

Die Berichte dokumentieren, dass von Havneby aus bereits 1975 eine etablierte und spezialisierte Nordseekrabbenfischerei betrieben wurde. Kutter, Baumkurren, Rollen unter den Fanggeräten und die Arbeitsabläufe an Bord waren eigens für diese Fischerei entwickelt worden.

Die Untersuchungen zeigen zugleich, wie stark sich die Fangzusammensetzung von einem Untersuchungstag zum nächsten verändern konnte. Der Verfasser warnte deshalb davor, einzelne Proben als verlässliches Bild eines ganzen Fangjahres zu betrachten. Er forderte systematischere Untersuchungen und betonte, dass die praktische Erfahrung der Fischer unverzichtbar sei.

Für Rømø Fiskeriforening ist das ein entscheidender Punkt: Die Fischer sind Fachleute mit über Generationen gewachsener Erfahrung. Ihr Ziel ist eine verantwortungsvolle Fischerei, die auch ihren Kindern und Enkeln eine Lebensgrundlage bieten kann. Deshalb liegt es in ihrem ureigenen Interesse, sowohl den Krabbenbestand als auch das Meer zu schützen, von dem sie leben.

019. Oktober 1975

Die erste Untersuchung

Die Untersuchung wurde von K. Albrechtsen durchgeführt. Zehn Kutter aus Havneby besaßen eine Genehmigung für die Versuchsfischerei mit Baumkurren und durften die Krabben an Bord kochen. Der Bericht beschreibt Kutter, Fangplätze, Fänge, Sortierung und Verarbeitung.

9.540 kgregistrierter Gesamtfang aus neun Hols
3 Fischezwei kleine Dorsche und eine Flunder unter den erfassten verwertbaren Fischen
Ein Tageine Momentaufnahme, kein Jahresdurchschnitt

Was ergab die Untersuchung?

An diesem Tag befanden sich viele untermaßige Krabben und kleine Fische im Fang. Der Bericht hielt fest, dass große Fänge und lange Wartezeiten vor dem Sortieren Tiere schädigen konnten, die wieder ausgesetzt werden sollten. Als Wege zu höheren Überlebensraten nannte er kürzere Hols, kleinere Fangmengen, ein schnelleres Zurücksetzen unter Wasserzufuhr und eine bessere Sortierung.

Zugleich betonte der Bericht, dass die Ergebnisse unter anderem von Fangplatz, Jahreszeit, Wassertiefe, Wetter und Strömung abhingen. Die bisherigen Untersuchungen seien zu punktuell gewesen, um daraus sichere allgemeine Schlüsse zu ziehen.

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0212. November 1975

Die Folgeuntersuchung einen Monat später

Bei der Folgeuntersuchung wurde eine kleinere Baumkurre eingesetzt. Unter anderem verglich man Tages- und Nachthols an denselben Positionen. Die Ergebnisse unterschieden sich deutlich von denen im Oktober.

98,07 %des Fanggewichts bestand aus Krabben
1,93 %entfiel auf Beifang ohne Krabben
6 Holsbildeten die Grundlage des Untersuchungstages

Warum ist dieser Unterschied wichtig?

Im Oktober machte der Beifang ohne Krabben 48,15 Prozent aus, im November nur 1,93 Prozent. Dieser große Unterschied zeigt, weshalb ein einzelner Hol oder Untersuchungstag nicht ohne Weiteres die gesamte Fischerei abbilden kann.

Die Nachthols ergaben größere, vermarktungsfähige Krabben und einen höheren Ertrag pro Stunde; zugleich wurden mehr kleine Krabben aussortiert. Der Bericht empfahl weitere Überlebensversuche und eine fortlaufende Erfassung der Fangdaten.

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Das betroffene Gebiet

Karte der Gewässer westlich von Rømø und Mandø

Die rote Schraffur kennzeichnet das Gebiet, das in den von Rømø Fiskeriforening zusammengestellten Unterlagen hervorgehoben ist. Die schwarzen Markierungen und Zahlen stammen aus dem historischen Kartenmaterial zu den Fangplätzen.

Wichtig: Die Karte zeigt das behandelte Verbots- und Untersuchungsgebiet. Sie belegt für sich allein nicht, dass an allen markierten Stellen Minen gefunden wurden.

Historische Seekarte von Rømø und Mandø mit einem rot schraffierten Gebiet westlich der Inseln
Karte von Rømø Fiskeriforening. Die ursprünglichen Markierungen wurden beibehalten.

Unser Umgang mit den Quellen

Das Original steht immer an erster Stelle

Die Erläuterungen auf dieser Seite sollen die Berichte leichter verständlich machen. Zahlen und Schlussfolgerungen sollten stets anhand der dänischen Originalscans überprüft werden.

Die Berichte beschreiben die Fischerei des Jahres 1975. Sie dokumentieren Geschichte, Fanggeräte und damalige Untersuchungen, können aber für sich allein nicht die Kutter und Arbeitsweisen des Jahres 2026 beschreiben.